DOSB und Schutz vor sexualisierter Gewalt

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) wird sich künftig noch stärker für den Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexualisierter Gewalt einsetzen. Eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnen am heutigen Donnerstag DOSB-Präsident Thomas Bach und der Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, Johannes-Wilhelm Rörig, in Berlin. Darin verpflichtet sich der DOSB, die empfohlenen Leitlinien des Runden Tisches „Sexueller Kindesmissbrauch" zu Prävention, Intervention und Aufarbeitung bei der Entwicklung und Weiterentwicklung von Präventionskonzepten zu berücksichtigen. Die heutige Unterzeichnung stellt den Auftakt weiterer Vereinbarungen und Erklärungen zwischen dem Unabhängigen Beauftragten und den kommunalen Spitzen, den Kirchen, den Wohlfahrtsverbänden oder dem Deutschen Bundesjugendring (DBJR) dar. Rund 7,5 Millionen Kinder und Jugendliche betätigen sich in mehr als 91.000 Sportvereinen. Dies macht die große gesellschaftliche Verantwortung deutlich, die der Sport im Bereich des Kinderschutzes gegenüber den ihm anvertrauten Mädchen und Jungen hat. Erstmals würde jetzt Verbindlichkeit in den schwierigen Prozess der Umsetzung der Empfehlungen des Runden Tisches gebracht werden. Es ist wichtig, dass alle zuständigen Dachorganisationen jetzt gemeinsam mit ihren Landesverbänden und weiteren regionalen Strukturen die tausenden von Einrichtungen und Vereinen aktivieren, Schutz- und Handlungskonzepte zur verbesserten Prävention und Intervention einbringen. Damit könnten sie auch kompetente und vertrauensvolle Ansprechstellen für Kinder und Jugendliche sein, die Missbrauch in der Familie erfahren. Die Vereinbarung helfe, das bestehende Engagement des Sports weiter auszubauen. Sport vermittelt Achtung und Respekt füreinander und stärkt das Selbstbewusstsein – beides sind Voraussetzungen für einen besseren Schutz von Kindern und Jugendlichen.
Die heutige Vereinbarung trägt dazu bei, den Kampf gegen sexualisierte Gewalt weiter zu professionalisieren. Der DOSB übernimmt gesamtgesellschaftliche Verantwortung und bietet seinen Mitgliedsorganisationen Beratung, Unterstützung und Austausch an. Kernpunkt der Vereinbarung ist die Verständigung auf eine intensive und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen dem DOSB und dem Unabhängigen Beauftragten. Außerdem wurden konkrete Aktivitäten des DOSB zur Unterstützung seiner Mitgliedsverbände bei Maßnahmen der Prävention und Intervention festgelegt.
Der DOSB erklärt sich mit der Vereinbarung auch bereit, den Unabhängigen Beauftragten in den Jahren 2012 und 2013 bei der Durchführung von zwei bundesweiten Befragungen zu unterstützen.
Befragt werden neben Sportvereinen auch Kitas, Schulen, Heime, Kinderkliniken, Kirchengemeinden und Jugendverbände. Die Einrichtungen sollen darüber Auskunft geben, welche Konzepte zu Prävention und Intervention bei sexualisierter Gewalt bereits entwickelt wurden und zur Anwendung kommen, welche geplant sind bzw. in welchen Bereichen Handlungsbedarf besteht. Die erste Befragung findet im Sommer 2012 statt. Die Ergebnisse werden auf dem Bilanztreffen des Runden Tisches Ende 2012 vorgestellt werden. Eine zweite Befragung wird im Frühjahr 2013 erfolgen.

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