Berufsverbot für pädophile Lehrer

Nulltoleranz bei sexuellem Missbrauch von Kindern: Im Kanton Zürich erhalten verurteilte pädophile Lehrer neu zwingend ein Berufsverbot – weitere Kantone wollen nachziehen. Egal, ob sie Internetpornografie konsumierten oder Schüler unsittlich berührten: Bei Lehrern, die wegen eines Verstosses gegen die sexuelle Integrität von Kindern bestraft werden, greift der Kanton Zürich neu knallhart durch. Seit Anfang Januar gilt ein Gesetzesparagraf, nach dem verurteilte Pädagogen mit einem schweizweiten Berufsverbot belegt werden – ohne Wenn und Aber.

«Die neue Regelung macht unsere Arbeit einfacher», sagt Martin Wendelspiess, Leiter des kantonalen Volksschulamtes in der Zeitung «Sonntag». «Der Entzug des Lehrerdiploms ist zwingend. Da gibt es keine Diskussion.» Der betreffende Lehrer könne so auch nicht einfach an einen anderen Ort wechseln und dort weiter unterrichten. Bei der Lehrerschaft ist die Gesetzesänderung laut Lilo Lätzsch, Präsidentin des Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverbandes, «absolut unumstritten». Natürlich bestehe die Gefahr, dass jemand ungerechtfertigt angeschwärzt werde. «Doch das Berufsverbot tritt schliesslich erst in Kraft, wenn auch eine Verurteilung vorliegt.»

Die Zürcher Nulltoleranz-Politik dürfte Schule machen: «Wir haben unser neues System anderen Kantonen vorgestellt», so Wendelspiess. «Verschiedene Kantone waren sehr interessiert.» In Basel-Stadt etwa soll noch dieses Jahr eine entsprechende Rechtsgrundlage geschaffen werden.
Quelle: 20min.ch

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