Sexueller Missbrauch durch Deutsche im Ausland

Nach umfangreichen Ermittlungen des Bundeskriminalamtes (BKA) hat die Staatsanwaltschaft Mönchengladbach Anklage gegen einen 51-jährigen deutschen Staatsangehörigen aus Viersen beim Landgericht Mönchengladbach erhoben. Ihm wird vorgeworfen, in neun Fällen Kinder in Thailand sexuell schwer missbraucht zu haben. Der Angeschuldigte soll bei Urlaubsaufenthalten im Zeitraum von 2007 bis 2010 in Hotels in Pattaya drei Kinder im Alter von ca. vier bis neun Jahren missbraucht und von seinen sexuellen Handlungen Videoaufzeichnungen gefertigt haben. Diese Aufzeichnungen soll er an Dritte weitergegeben haben.

Auf die Spur des Angeschuldigten kam das BKA durch Ermittlungen gegen einen anderen Beschuldigten, der wegen bandenmäßiger Verbreitung von Kinderpornografie in Untersuchungshaft sitzt. Gemeinsam mit ihm unternahm der Angeschuldigte im Jahr 2011 eine gemeinsame Thailandreise. Kräfte des BKA nahmen den Angeschuldigten im Oktober 2011 in dessen Wohnung fest. Der Haftbefehl des Amtsgerichts Mönchengladbach wurde im November 2011 gegen Zahlung einer Kaution außer Vollzug gesetzt. Zur Verhinderung seiner Ausreise wurde der Reisepass des Mannes einbehalten.

BKA-Präsident Ziercke: „Der Sachverhalt ist ein Beispiel dafür, dass Polizei und Justiz den schweren sexuellen Missbrauch von Kindern durch deutsche Staatsangehörige im Ausland gleichermaßen intensiv verfolgen wie entsprechende Tatbegehungen im Inland. Mit diesem Ermittlungserfolg setzen die Staatsanwaltschaft Mönchengladbach und das BKA ein deutliches Signal zur Strafverfolgung deutscher Staatsbürger, die eigens zum Zweck des sexuellen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen ins Ausland reisen.“

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