Irland und das Beichtgeheimnis!

Der Streit zwischen der irischen Regierung und dem Vatikan eskaliert. Der Vatikan hatte alle Vorwürfe, er habe die Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs durch Kleriker in Irland behindert, der von irischen Politikern erhoben wurde, zurückgewiesen. Die irische Regierung kontert mit der Vorbereitung eines Gesetzes, das jeden zur Meldung an die staatlichen Behörden verpflichtet, der von einem Missbrauch an Kindern Kenntnis erlangt. Dies gilt für Institutionen und Einzelpersonen, die mit Kindern und Jugendlichen zu tun haben. In diesem Vorhaben wird ein Angriff auf das "Beichtgeheimnis" gesehen. Die Aufregung ist groß. Würde ein solches Gesetz etwas bringen? Nicht wenige meinen, daß der Kindesmißbrauch in der Beichte dann nicht mehr zur Sprache käme. Priester bekunden, sie wollten sich nicht an die staatlichen Gesetze halten. Droht etwa im katholischen Irland ein Kulturkampf? Wie aber sieht es aus, wenn "staatliche" oder "selbsternannte" Spitzel einen "nicht begangenen" sexuellen Missbrauch beichten und nur darauf warten, ob der Geistliche eine Meldung macht oder nicht?

Droht Irland dann eine Welle der Denunziationen. Wie wird der Vatikan darauf reagieren. Wird man St. Patrick, den irischen Nationalheiligen etwa durch den Heiligen Johannes Nepomuk, den Heiligen des Beichtgeheimnisses, ersetzen? Wird man in naher Zukunft irische Brücken mit Nepomuk-Figuren zieren? Was das für die irische Identität bedeuten würde, lässt sich kaum erahnen. Doch einen Vorteil hätte es: Touristen aus Österreich und Bayern würde sich in Irland recht zu hause fühlen, ein Aspekt, der für den Tourismus gewiss nicht zu verachten wäre.

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