Opfer klagt an

Luzern 26.April2010 - Zwei Jahre lang lebte A. D.* im Stadtluzerner Waisenhaus. Eine Zeit, die geprägt war von Quälereien und die bis heute nachwirken. «Ich habe versucht, zu vergessen», sagt die heute 72-jährige A. D.* aus einer Luzerner Agglomerationsgemeinde. Sie meint all die kleinen und grossen Quälereien und Peinigungen, denen sie zwischen 1946 und 1948 im ehemaligen städtischen Waisenhaus an der Baselstrasse in Luzern ausgesetzt war. Sie war damals 8 Jahre alt.

Im ehemaligen Waisenhaus der Stadt Luzern musste sie ihr Erbrochenes essen, und sie wurde stundenlang in den Estrich gesperrt. Der Alltag im Waisenhaus sei geprägt gewesen von einer tyrannischen Strenge und der immensen Angst vor den Ingenbohler Schwestern und deren Strafen, erzählt A.D.

Geführt wurde das Haus zwischen 1855 und 1960 von den Ingenbohler Schwestern. Diese haben die Aufarbeitung der Geschehnisse in Aussicht gestellt. «Es ist uns ein grosses Anliegen, die Abklärungen voranzutreiben», sagt Provinzoberin Marie-Marthe Schönenberger.

Quelle: http://www.zisch.ch  >Noemi Schafroth<

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