Pater gesteht sexuellen Missbrauch

CH 14.3.2010 - Ein Pater aus dem Kanton Schwyz hat gestanden, sich in den 1970er-Jahren an mindestens einem Minderjährigen sexuell vergangen zu haben. Der Fall steht im Zusammenhang mit Missbrauchsfällen, die in der vergangenen Woche in Vorarlberg bekannt wurden. Das Bistum Chur ist per E-Mail von einem Opfer des heute 69-jährigen Paters kontaktiert worden. Das Opfer bezichtigt den Schweizer, im österreichischen Vorarlberg in Mehrerau bei Bregenz und im deutschen Birnau mehrere Ministranten missbraucht zu haben.

Nachdem das Bistum den seit 1992 in einer Schwyzer Gemeinde als Pater tätigen Mann mit den Vorwürfen konfrontiert hatte, gab der Mann mindestens einen Übergriff zu, wie Bischofsvikar Christoph Casetti sagte. Der Pater demissionierte nach seinem Geständnis sofort. Auf Empfehlung seines Abtes und des Churer Bischofs Vitus Huonder zeigte sich der Priester zudem bei der Polizei in Bregenz an. Das Bistum Chur habe bisher nichts über die Übergriffe des Paters gewusst, sagte Casetti. Auch seien bis jetzt keine Straftaten aus der Tätigkeit des Mannes in der Diözese Chur bekannt. Das Bistum ist laut Casetti nur bedingt für den Fall zuständig, da der Priester Mitglied des Klosters Mehrerau ist und nach seiner Demission in keinem Verhältnis mehr zu Chur steht. Man warte jetzt ab, ob sich allfällige Opfer aus der Schweiz melden.

Das Geständnis des Schweizer Paters bringt ihn mit einem Missbrauchs-Skandal dramatischen Ausmasses in Verbindung, der im Verlauf der letzten Wochen in Vorarlberg bekannt wurde. Bis jetzt erstatteten 27 Personen Anzeige, wie das Vorarlberger Kriminalamt  mitteilte. Anzeige wegen Missbrauchs hatte das Bistum Chur allerdings gegen einen anderen Mann erstattet. Es handelt sich laut Casetti um eine in der Seelsorge tätige Person, die dem Bistum Chur angehört. Die Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen aufgenommen. In den letzten Monaten sind unter anderem in Deutschland und Irland dutzende Missbrauchsfälle bekannt geworden.

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