Weihnachtsgeschichte 2011

Auch wenn die Welt in diesen Zeiten aus allen Fugen zu geraten scheint und es in so vielen Ländern wirtschaftlich schlecht und oder auch kriegerisch zugeht, diese Sachen aus dem Stift Göttweig sind so grauslich, dass Ihnen, werte Leser/Innen, beim Lesen dieser Weihnachtsgeschichte schlecht werden kann. Im Jahr 2011 wurde bei Abt Columban Luser vom Stift Göttweig nachgefragt, ob er für einen ehemaligen Mönch aus Göttweig, der wegen den seinerzeitigen sexuellen Übergriffen des Göttweiger Benediktinerpaters Kardinal Groer ins „Irrenhaus“ kam, etwas finanzielle Hilfe leisten könne, weil er von Obdachlosigkeit bedroht sei. Der Abt lehnte jede Hilfe ab, und er meinte, endlich einen Schlussstrich unter alle Groeraffären ziehen zu wollen. Doch bis dato - Stand Dezember 2011 – hat kein einziges Groer-Opfer je eine Entschädigung von Göttweig erhalten, weil das Stift permanent überall angibt, ein so armes Stift zu sein, obwohl es vermutlich das allerreichste Stift / Kloster in Österreich ist, und Entschuldigungen gegenüber Groeropfern gab es auch nie – soviel zum Schlussstrich. Ein Abt wird auch immer der „Stellvertreter Jesu“ im Kloster genannt, und mich erinnert seine verweigerte Hilfeleistung für diesen am Boden liegenden ehemaligen Mitbruder an die Herbergssuche der Familie Jesu vor 2000 Jahren.

Ich sprang im Jahr 1979 als Kandidat des Stiftes Göttweig wegen dem späteren Kardinal Groer aus einem Turmzimmer, denn sexueller Missbrauch war bei Groers Beichtgesprächen üblich. Ich habe meine zwei Selbstmordversuche in Göttweig überlebt, und da ich mich nach dem Sprung aus dem Turmzimmer und dem darauf folgenden Aufschneiden meiner Pulsadern noch bewegen konnte, musste ich, als man mich einige Stunden später fand, sofort und ohne ärztliche Versorgung das Stift verlassen. Wegen Groer sprangen Jahre danach, ich möchte fast sagen, mich nachahmend, noch einige junge Mönche aus dem Turmzimmer des Rekreationsraumes, denn Groer hatte sehr viele Missbrauchsopfer - neben seinem Seminar der Erzdiözese Wien in Hollabrunn - auch im Stift Göttweig.

Frater Placidus überlebte seinen Sturz nicht. Er brachte sich auch nur wegen Groer um und sprang aus dem Turmzimmer, während dem Sturz wurde er enthauptet. Die wenigen Angestellten des Konvents oder die wenigen Sängerknaben des Konvikts, die die Fleischstücke von diesem Mönch verstreut herumliegen gesehen haben, wurden unter Androhung ärgster Dinge zum Schweigen gebracht. Diejenigen, die die Teile des Körpers zu Gesicht bekommen haben, sind alleine deswegen bis heute traumatisiert, denn der Mönch wurde bei dem Sprung geköpft. Den Sängerknaben, die ihn so sahen, wurde nicht geholfen, sondern es wurde ihnen nur seitens des Konvents und von Abt Lashofer mit unangenehmen Konsequenzen gedroht, wenn sie darüber nicht schweigen würden.

Die Konventsmitglieder schweigen bis heute noch, denn das erfordert das Schweigegelöbnis eines jeden Klosters. Abt Lashofer gab die Parole aus, dass man bei ganz hartnäckigen Fragen von Medien nur antworten solle: Der Pater war immer schon ein Irrer. Doch er war kurz vor seinem Suizid, den er nur wegen den sexuellen Übergriffen Groers machte, vom Psychiater des Stiftes Göttweig unter Psychopharmaka gesetzt worden. Da Frater Placidus aber Erbe einer großen Möbelhandelskette war, wurde er kurz vor seinem Tod von Abt Lashofer gezwungen, ein Testament zugunsten des Abtes zu unterzeichnen, angeblich mit drei Kreuzen.

Übrigens: Ein Abt darf keinen Privatbesitz haben, schon gar keinen sehr hohen, denn es gehört ja immer alles der Klostergemeinschaft. Abt Lashofer wollte aber anscheinend viel Geld für sich alleine haben. Dafür spielte Abt Lashofer dann den Trauernden und weinte beim Begräbnis, nachher prozessierte er mit seinen Kirchenanwälten um die sehr hohe Erbschaft von Frater Placidus, wobei dieser damals noch nicht einmal ein vollwertiges Mitglied des Benediktiner-Konvents Göttweig war. Der Vater von Frater Placidus hatte mehrere Firmen in der Möbelbranche, und er war mit all diesen Unternehmen Kunde der Kirchenbank Schellhammer und Schattera. Der Göttweiger Abt war vermutlich damals schon im Vorstand dieser Bank, so wusste er über die Höhe des ererbten Vermögens seines jungen Konventmitgliedes Frater Placidus Bescheid. Und da wird die Kirche ja immer sehr aktiv, um für solch hohe Beträge zu kämpfen. Und als im Jahr 2011 eine Gerichtsverhandlung gegen das Stift Göttweig begann, war dabei das Thema: Systematische Schwarzarbeit im Stift, Nichtbezahlung von Lohnsteuer und Sozialversicherung, und es ging auch um das von Abt Dr. Lashofer angehäufte Privatvermögen – von dem niemand im Stift etwas gewusst haben will, alle machten Falschaussagen vor Gericht - und um ein mündlich zugesagtes Honorar an einen Konsulenten, und, und, und.....Laut dem Göttweiger Rechtsanwalt wird das viele Geld von der Erbschaft von Abt Lashofer immer nur für Arme verwendet, so mache es der Nachfolger, also Abt Luser ebenso. Aber nicht nur, dass es sich hier nach wie vor um einen illegalen Privatbesitz eines Abtes gehandelt hat – es wurde dieser Besitz auch unrechtmäßig erworben - dem noch nicht genug, Abt Luser wolle dieses Geld für Arme bestimmt haben. Ich erinnere dabei an die obige Einleitung von dieser Weihnachtsgeschichte, wo Abt Luser um Hilfe für einen Exmönch gefragt wurde, der der Hilfe nur wegen Groers sexuellen Übergriffen bedarf, der Abt verweigerte. Unabhängig davon, nur Abt Columban Luser wusste vom immensen Vermögen seines Vorgängers Lashofer, keiner seiner mit den Finanzen des Stiftes befassten Mitbrüder wußte laut Gerichtsakten und Aussagen darüber Bescheid. Daraus ist abzuleiten, dass Abt Luser nicht nur über das Vermögen Bescheid wusste, er hat es auch übernommen! Und er hatte schon am 27.1.2010 den Notariatsakt unterzeichnet, eineinhalb Jahre später wusste niemand vom Stift darüber Bescheid. Meine vielen Auforderungen an die Kirchenobrigkeit, dass wegen diesen Sauereien Abt Luser sofort zurückzutreten solle, blieben bis Dezember 2011 ergebnislos, stattdessen verleumdet mich Kardinal Schönborn über seine Sprecher überall nur mit den Worten, dass ich als Person nicht ernst zu nehmen sei..........

Aber es geht nicht nur um das Testament von Frater Placidus - es geht überhaupt um die Erbschaftspraktiken des Stiftes und der Kirche allgemein, denn ein Pater entschlug sich bei der Richterin in der Gerichtsverhandlung gegen Göttweig aller Aussagen, weil er dem Stift nicht schaden möchte. Stiftsintern wurde das so geregelt, dass er das Stift dafür verlassen darf. Mit Kardinal Schönborn wurde darüber verhandelt, dass er eine Pfarre der Erzdiözese Wien zu Betreuung bekommt. Kardinal Schönborn ist also wieder einmal in eine Vertuschungs-Sauerei verwickelt. Der Göttweiger Pater, der sich bei der Richterin der Aussage entschlug, wurde sogar seinerzeit auf Wunsch von Abt Lashofer von einer Frau adoptiert, die dadurch eine große Erblasserin für das Stift wurde. Da machte das Stift – oder wieder Abt Lashofer - eine große Erbschaft. Jener Pater war aber auch in seiner Rolle als Erzieher im Stiftskonvikt schon extrem negativ auffällig geworden, weil er die Kleinsten bei den Sängerknaben im Konvikt oft (fast täglich) blutig schlug. Er wurde aber seitens des Stiftes und vor allem von Abt Lashofer immer gedeckt. Musste er sich aber deswegen, nur, dass über seine Verfehlungen Stillschweigen bewahrt wird, adoptieren lassen, um dadurch auch noch mehr Geld für das Stift mittels dubiosen Erbschaften zu lukrieren? Es verstummen auch die Gerüchte nicht, dass die Krebskrankheit von Abt Lashofer, an welcher er starb, AIDS hieß, über Details bin ich schon seit längerem informiert, denn angeblich hat Abt Lashofer auch andere angesteckt.......

Ich veröffentlichte im Internet auch eine 39seitige Korrespondenz, die zeigt, dass der Göttweiger Abt Lashofer schon Jahre vor der päpstlichen Visitation 1998 über die sexuelle Abartigkeit von Groer voll informiert war – und zwar nicht nur von mir während meiner Zeit als Kandidat im Stift Göttweig, die von 1974 bis 1979 dauerte, und wobei ich ihm sagte, dass Mitbruder Groer sexuell abartig ist - aber Abt Lashofer war leider jahrzehntelang der Vertuscher von Groers Missbrauchsfällen. In einer geheimen Korrespondenz über Groer handelte es sich auch um einen Mönch, den Groer ebenfalls mehrmals in Göttweig – wie Frater Placidus - sexuell missbrauchte und dem Groer auch 100.000 Schilling (ungefähr € 7.000) abgenommen hat. Geld, das die Mutter für ihren Sohn zusammengespart hat. Denn Groer war oft sehr aggressiv beim Geldeinsammeln für den Bau seines Klosters, wo er jetzt begraben liegt. In dieser Korrespondenz steht auch, welche sexuelle Abartigkeiten Groer mit dem Mönch machte, und dass auch dieser Mönch nur wegen Groers Übergriffen für Jahre ins Irrenhaus kam, und weiters steht in dieser Korrespondenz auch, dass sich die Schwester des Opfers aus lauter Gram über diese Sache umbrachte.......

Exzellenz Nuntius Dr. Fahrhat überbrachte erst im Jahr 2008 persönliche Worte von Papst Benedikt XVI für einen Groer-Gedenkgottesdienst an Groers Grab. Das Ganze ist ein Hochjubeln eines Kinderschänders..... sträflich...unverantwortlich....ein Hohn für die Opfer...... und da verkündete Kardinal Schönborn im Jahr 2010 während einer ORF Pressestunde, dass Papst Benedikt XVI in seiner Zeit als Kurienkardinal im Vatikan so sehr für eine Aufklärung im Fall Groer eingetreten sei, aber ein anderer mächtiger Mann habe das im Vatikan verhindert. Falls dies gestimmt hätte, und Benedikt XVI von Groers Schuld überzeugt war, warum schickte er dann erst im Jahr 2008 den Nuntius – also seinen persönlichen Botschafter - zu einer Gedenkmesse für Groer, wo dieser ihn als Unschuldslamm hochjubelte? Zum Kotzen ist diese Verlogenheit. Und so unglaublich es klingt, aber bei diesen Pilgerschaften zu Groers Grab wird von den Göttweiger Benediktinern ernsthaft versucht, eine Selig- und Heiligsprechung anzukurbeln. Seit Jahren mache ich aber durch meine Öffentlichkeitsarbeit für eine geplante Seligsprechung von Kardinal Groer den Göttweigern einen ordentlichen Strich durch die Rechnung. Leider werden aber die kleinen Votivtafeln rund um Groers Grab immer mehr, auf welchen steht, dass durch die Anrufung an Groer mittels Gebete Heilungen und Wunder geschehen seien, die ja ein Vorstufenprozedere für eine Selig- und Heiligsprechung sind.

Und statt dass diese Grauslichkeiten aus Göttweig irgendwann einmal aufhören könnten steigert sich das Ganze immer unermesslicher weiter, jetzt lassen die Göttweiger über deren Rechtsanwalt Dr. Stephan Probst vor Weihnachten 2011 verkünden, ich sei überhaupt nur ein einziges Mal in meinem Leben in Göttweig gewesen und ich habe all das, worüber ich u. a. auch hier berichte, nur erfunden, und
deswegen zeigte ich den Rechtsanwalt des Stiftes Göttweig wegen Verleumdung an. Schönborn selbst zeige ich nicht mehr wegen Vertuschung und Verleumdung an, da vier Anzeigen gegen Kardinal Schönborn, die ich bei der Staatsanwaltschaft innerhalb der letzten sieben Jahre einbrachte, sofort alle immer zurückgelegt worden sind.

Zum Abschluss möchte ich noch sagen, da wurden in Österreich und in Deutschland unzählige teure Kommissionen ins Leben gerufen, die dann die jeweiligen Opfer mit wenigen Tausendern für all das Leid, das sie ein Leben lang durch die Kirche durchmachen mussten, abspeisten, aber die kirchlichen Obervertuscher von all diesen Sauereien sollen mit allen Mitteln ungeschoren bleiben? Dazu legte sich die unabhängige Klasnic-Kommission jenes Statement zurecht: "Die Opferschutzkommission ist nicht zur Tätersuche und Täterbestrafung, sondern zur Opfersuche und symbolischen Opferentschädigung eingerichtet worden."

Besinnliche Weihnachten 2011

Michael Tfirst

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