Lange Nacht des Missbrauchs

Wien: Erstmalig in der Österreichischen Geschichte finde heute am 6.10.2011 um 17:30 Uhr in Wien am Stephansplatz die "Lange Nacht des Missbrauchs" statt.  Dies ist eine Aktion der Inititative Volksbegehren gegen Kirchen-Privilegien und der Plattform betroffener kirchlicher Gewalt. Ob in der katholischen Kirche, in staatlichen Heimen oder im familiären Umfeld – Gewalt gegen Schwächere ist immer noch ganz real und allgegenwärtig. Sie soll und darf kein Thema distanzierter Betrachtungen sein. Darum wenden sich die Aktionsteilnehmer bewusst mit einer provokanten  AKTIONSVERANSTALTUNG an die Öffentlichkeit. So wollen sie gemeinsam daran erinnern, dass zahlreiche Menschen in diesem Land für die Verharmlosung nach wie vor herrschender Gewaltstrukturen in Staat und Kirche nicht das geringste Verständnis haben.

Die LANGE NACHT DER EINFÄLLE:
Die Aktionsnacht mit ihrer Hauptveranstaltung in der Wiener Innenstadt versammelt von 17h30 bis 2h00 zahlreiche österreichische Künstlerinnen und Künstler mit speziellen Beiträgen auf der Hauptbühne und an kleineren Schauplätzen unmittelbar daneben.

Sie wollen in kleinen Gruppen am ganzen Stephansplatz verteilt, sich zusammensetzen und gemeinsam lesen und diskutieren. Jeder Besucher ist herrzlich willkommen und möchte seine Sitzgelegenheiten mitbringen. Egal ob Klappsessel, Küchenhocker oder Fauteuil.

Die LANGE NACHT DER BETROFFENHEIT:
Betroffene werden auf dem Stephansplatz selbst das Wort ergreifen um mit eigenen Texten, anonymisierten Interviews und Medienberichten der vergangenen Jahre die Öffentlichkeit zu infomieren.

Die LANGE NACHT DER WAHRHEIT:
Warum wird Gewalt an Kindern in Österreich nach wie vor systematisch tabuisiert? Wieso überlässt es die Politik der katholischen Kirche selbst, ihre jahrzehntelange traurige Tradition des Kindesmissbrauches aufzuarbeiten?  Eine einstündige intensive Podiumsdiskussion soll diesen und anderen ernsten Fragen auf den Grund gehen. Die Diskussion wird mit TherapeutInnen, VertreterInnen von Betroffenen, Politikern und Repräsentanten von Religionsgemeinschaften geführt.

Die "LANGE NACHT DES MISSBRAUCHS" wird kein vergnüglicher Ausflug aber dafür ein umso kräftigeres gemeinsames Signal unseres klaren NEINS zu Verdrängung, Bagatellisierung und nachträglicher Verhöhnung von Opfern setzen, so der Veranstalter. Der Grundsatz der Veranstalter lautet: Religion ist Privatsache. Wir haben nichts gegen Religionen oder andere Weltanschauungen. Jeder/Jede darf glauben was er/sie will. Religionen sollen aber privat und nicht staatlich überlagert sein. Das Volksbegehren richtet sich nicht gegen Kirchen oder Religionen. -Es richtet sich an den Staat. Es ist gegen Diskriminierung und Bevorzugung, aber für Gleichberechtigung. Kurz gesagt: "Ein Recht für Alle".

Ab 17:30 Live Überträgt: Radio "Orange 94,0"  http://o94.at/live/

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