Abschaffung von Verjährungsfrist

Nachdem am Dienstag erneut ein Fall von sexuellem Missbrauch durch einen ehemaligen Tiroler (Österreich) Kinderheimleiter für Aufregung sorgte, lief einen Tag später die Diskussion rund um die Verfahrensweise mit den Verdächtigen. „Ich bin für die Abschaffung der Verjährungsfrist bei sexuellem Missbrauch“, forderte der Tiroler Soziallandesrat Gerhard Reheis (S) am Mittwoch in einer Aussendung. Im aktuellen Fall sollen Jugendliche in den 90er Jahren betrunken gemacht und anschließend missbraucht worden sein.
„Die Täter sollen jedenfalls zur Verantwortung gezogen werden“, verlangte Reheis. Immerhin bräuchten Opfer von sexueller Gewalt oft sehr lange, bis sie über das Geschehene sprechen könnten und sich entschließen würden, Anzeige zu erstatten. Im besagten Verdachtsfall hätten sich zwei weitere mutmaßliche Opfer sexueller Übergriffe in den 90ern gemeldet. Die Staatsanwaltschaft ermittle, allerdings sei eine Einstellung wegen Verjährung möglich.

Zum Missbrauch soll es in einer privaten Betreuungseinrichtung in Innsbruck vonseiten des damaligen Heimleiters gekommen sein. „Allenfalls geschehenes Unrecht können wir nicht ungeschehen machen“, gestand der Soziallandesrat ein, „wir sind aber verpflichtet, Licht in die Vergangenheit zu bringen“. Im Moment würden alle Vorwürfe „akribisch“ geprüft.

Bereits im Jahr 1996 habe ein damals 19-Jähriger Vorwürfe wegen des sexuellen Missbrauchs gegen den damaligen Leiter der Einrichtung erhoben. Das Land habe Strafanzeige erstattet. Das Verfahren sei allerdings von der Staatsanwaltschaft eingestellt worden, der Verdacht habe sich nicht erhärtet. Dennoch sei der damalige Leiter aus der Betreuungseinrichtung ausgeschieden. Laut ORF habe man den mutmaßlichen Täter in Ungarn ausfindig gemacht. Der Mann soll dort untergetaucht sein und nach wie vor Jugendgruppen betreuen.

Quelle: APA, News Mediea Online GmbH

Zusätzliche Informationen